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Glossar

Hier finden Sie anhand von Stichworten und Fachbegriffen Zugang zu spezifischen Informationen rund um die Luftbefeuchtung.

 Kupfer-Silber-Ionisierung
Ist eine Wasseraufbereitungsmethode. Mit einer Elektrolyseeinheit wird das Wasser mit geringen Mengen Kupfer- und Silberionen versetzt. Positiv geladene Kupfer- und Silberionen binden sich an die negativ geladene Zellwand der Mikroorganismen und zerstören diese indem wichtige Funktionen, die zur Erhaltung der Zelle notwendig sind, blockiert werden. Diese Kupfer- und Silberionen sind für Mikroorganismen, nicht aber für den Menschen schädlich. Die Elektrolysezellen müssen regelmäßig entkalkt und überprüft werden.
 Laboruntersuchung
Auch wenn es bereits leicht handhabende Schnelltest-Verfahren für die Hygieneuntersuchung gibt, macht eine eingehende Analyse der vorhandenen Keime die umfassende Einrichtung eines mikrobiologischen Labors oft notwendig. Nachweis und Identifizierung einzelner Keime (z. B. Pseudomonaden, Hefen, Legionellen) bleiben speziell dafür ausgerüsteten Laboratorien (u. a. Hygieneinstituten) vorbehalten.
 Legionellen
Legionellen sind in der Natur weit verbreitete Bakterien, die sich besonders in Warmwassersystemen unter geeigneten Bedingungen sprunghaft vermehren können. Wenn sie in großen Mengen vom Menschen eingeatmet werden, können sie gefährliche Infektionen auslösen. Neben Rückkühlwerken, Duschen und Wasserzerstäubern können auch mangelhaft gewartete Raumlufttechnische Anlagen oder Luftbefeuchter, die längere Zeit außer Betrieb waren, eine Quelle für Legionellenwachstum sein. Für Legionellenerkrankungen werden derzeit 2 Formen beschrieben, das so genannte "Pontiacfieber" mit Fieber, Husten und Brustschmerzen und die "Legionellose", die auch "Legionärskrankheit" genannt wird. Im Gegensatz zum Pontiacfieber kann die Legionellose bei immunschwachen Personen über eine Lungenentzündung innerhalb von wenigen Tagen tödlich enden. Einen positiven Nachweis auf das Vorkommen von Legionellen ergab sich bei den mikrobiologischen Untersuchungen von Luftbefeuchtern im Bereich der BG ETEM bislang in keinem einzigen Fall. Sollte er jedoch in einem Messprotokoll auftreten, ist Handlungsbedarf angezeigt.
 Leitungswasser
Ist ein Sammelbegriff für technisch in Wasserleitungen (Rohrleitungen) zugeführtes oder sich dort befindendes Wasser. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Leitungswasser meist mit Trinkwasser gleichgesetzt. Es werden jedoch auch Wasserarten durch Leitungen herangeführt, die keine Trinkwasserqualität haben, sondern als Betriebswasser verwendet werden.
 Leitwert (elektrischer)
Der elektrische Leitwert gibt Aufschluss über die Eindickung (Salzkonzentration) des Umlaufwassers.
 Luftfilter
Luftfilter reduzieren die Verschmutzungen von Lüftungskanälen, Ventilatoren, Schalldämpfern oder Wärmeüberträgern. Eine gute Filtration ermöglicht den einwandfreien Betrieb einer RLT-Anlage über Jahre hinweg. Anlagen mit schlecht gewarteten Luftfiltern bedürfen im Gegenteil einer aufwändigen Reinigung. Luftfilter in solchen Anlagen werden schnell selbst zur Quelle von gesundheits- und geruchsbelasteten Bestandteilen.
 Luftkeime
Die Luft enthält verschiedene Mikroorganismen in Form von schwebfähigen Partikeln. Sie werden auch Luftkeime genannt.
 Membrantechnologie
Die Membrantechnik umfasst alle verfahrenstechnische Maßnahmen zum Transport von Stoffen zwischen zwei Fraktionen unter Zuhilfenahme permeabler Membranen. Man meint damit in der Regel mechanische Trennverfahren zur Separation aus gasförmigen oder flüssigen Stoffströmen unter Verwendung technischer Membranen.
 Metall-Katalysator
Katalysator bezeichnet in der Chemie einen Stoff, der die Reaktionsgeschwindigkeit durch die Senkung der Aktivierungsenergie einer chemischen Reaktion erhöht, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. Metall-Katalysatoren bestehen in der Regel aus spiralförmig gewickelten, dünnen Metallfolien (meist aus abwechselnden glatten und gewellten Lagen) oder aus geschichteten Platten. Einer der wesentlichen Vorteile eines Metall-Katalysators sind seine geringen Zellwandstärken.
 Metallfilter
Metallfilter werden vollständig aus Metall hergestellt. Das Filtermedium besteht aus Stahlwolle, metallgestrickten Formkörpern, Streckmetall und gelochten Blechen. Einsatzzwecke sind die Abscheidung von Öl- und Fettnebeln, die Grobstaubabscheidung und die Farbnebelabscheidung. Die Benetzung der Metalloberflächen erfolgt mit einem Benetzungsöl.
 Mikroorganismen
Sind einfach gebaute Organismen, die in aller Regel nur aus einer Zelle bestehen. Hierzu gehören Viren, Bakterien, Schimmelpilze, Hefen, aber auch einzellige Pflanzen und Tiere.
 MOL®Clean-Verfahren
Ist ein Vollmetall-Katalysator unter Verwendung von H2O2. Dieser Vollmetall-Katalysator besteht aus speziellem Drahtgitter, einer metallischen Legierung mit spezifischer Oberflächenstruktur (Metall-Sauerstoff-Bronze), die es erlaubt, dass Elektronen an das Wasser abgegeben werden ohne dass Metallkationen den metallischen Verbund verlassen.
 Mucorales
Köpfchenschimmel - hierzu gehören die Gattungen Absidia, Mucor, Rhizopus und Rhizomucor. Wattebauschartig wachsende Schimmelpilze. Sie sind weit verbreitet und kommen als typische Fäulnisbewohner besonders in Humus, Kompost und Stroh vor. Erkrankungen des Menschen durch Vertreter der Mucorales sind sehr selten. Einige Arten können Allergien auslösen. Häufig werden sie in mikrobiologischen Proben von Luftbefeuchtungssystemen nachgewiesen.
 Multiple-Chemical-Sensitivity (MCS)
Ein Syndrom, welches häufig im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz in Gebäuden diskutiert wird, ist das sogenannte „MCS“ (Multiple-Chemical-Sensitivity), eine Überempfindlichkeit gegen vielfältige chemische Reize, wobei die Betroffenen als Auslöser häufig Büromöblierung, Teppichböden und andere Komponenten im Innenraum angeben. Die an MCS leidenden Personen haben oft das Gefühl schwerster Gesundheitsbeeinträchtigung in Verbindung mit bestimmten Schadstoffen, von denen Sie annehmen, dass sie im Gebäude vorhanden sind. Allerdings ist es bisher auch bei sehr intensiven wissenschaftlichen Untersuchungen nicht gelungen, einen Zusammenhang zwischen den vermuteten Schadstoffen und den geklagten Beeinträchtigungen herzustellen.
 Oxidationsmittel
Ist eine chemische Verbindung, die oxidierende Wirkung besitzt, d. h. sie kann Sauerstoff abgeben oder Elektronen aufnehmen. Bei der Entkeimung mit Oxidationsmitteln werden die Mikroorganismen durch eine Oxidation unschädlich gemacht. Der entscheidende Vorteil gegenüber den Bioziden ist, dass keine Resistenzen ausgebildet werden können und meist keine Probleme bei der Abwasserentsorgung auftreten.
 Ozon
Besteht aus drei Atomen Sauerstoff. Dieses O3-Molekül ist eine äußerst instabile Verbindung und beim Zerfall in Sauerstoff (O2) und ein Sauerstoffradikal (•O) bestrebt, neue Reaktionspartner zu finden, die in der Luft und im Wasser normalerweise ständig in ausreichender Zahl vorhanden sind.
 Pathogenität
Ist die grundsätzlich, d. h. genetisch festgelegte (determinierte) Fähigkeit einer Mikroorganismenart, bei einer oder mehreren Spezies von Makroorganismen eine Krankheit zu erzeugen.
Grad oder Stärke der Pathogenität eines Mikroorganismus wird durch den Begriff Virulenz beschrieben. Er kann deshalb nur für pathogene Arten gelten.
 Penicillium
Schimmelpilzgattung, die aufgrund ihrer Form auch "Pinselschimmel" genannt wird. Vor allem in kühlen und gemäßigten Klimazonen ein weit verbreiteter Bodenbewohner. Penicillium-Arten sind wichtige Lebensmittelverderber, viele bilden Mykotoxine und Antibiotika. Penicillium-Sporen sind häufig in der Umgebungsluft nachzuweisen und können bei entsprechend veranlagten Menschen zu Sensibilisierungen führen und Allergien auslösen. Einige Arten können ebenso eine Exogen Allergische Alveolitis (EAA) verursachen.
 Permeation
Unter Permeation versteht man den Vorgang, bei dem ein Stoff (Permeat) einen Festkörper durchdringt oder durchwandert. Die Triebkraft ist ein Konzentrations- oder Druckgradient. Bei Umkehrosmose-Anlagen wird das Wasser mit einem hohen Druck über ein oder mehrere Umkehrosmose-Module (auch Permeatoren genannt) geführt, und passiert hier eine Membranschicht, die bis zu 99 %, je nach Membranart und -qualität, alle gelösten Salze zurückhält.
 Persönliche Schutzausrüstungen (PSA)
Sind Ausrüstungen, die zum Schutz vor Gefahren für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bestimmt sind und von den Beschäftigten benutzt oder getragen werden.
 pH-Wert
Ist die Maßzahl zur Angabe der Säuren- bzw. Basenstärke (1 stark sauer – 7 neutral – 14 stark basisch).
 Pseudomonaden
Pseudomonaden sind gramnegative bewegliche Stäbchenbakterien. Sie sind sehr weit verbreitet, verhältnismäßig resistent gegen Umwelteinflüsse (z. B. Desinfektionsmittel) und treten in nahezu jedem feuchten Milieu auf. Da sie sehr viele verschiedene Substanzen zum Wachstum nutzen können, treten sie in aller Regel als "Erstbesiedler" von wässrigen Systemen - auch im Trinkwasser - auf. Auch in Wasserreservoirs von Luftbefeuchtungsanlagen werden sie regelmäßig nachgewiesen. Der kritischste Vertreter unter den Pseudomonaden ist Pseudomonas aeruginosa, als Verursacher von Wundinfektionen und Lungenentzündungen besonders bei Personen mit Hautverletzungen und Vorerkrankungen. Ohne Prädisposition ist die Exposition in der Regel nicht krankheitsauslösend. Der technische Richtwert für Pseudomonas aerugionas in Wasseruntersuchenen liegt bei 1 KBE/100 ml. Die meisten andern Pseudomonaden verursachen keine Infektionen beim Menschen.
 Pyrocheck-Verfahren
Mittels Pyrocheck-Verfahren werden die pyrogenen (Fieber erzeugende) Aktivitäten gemessen. Dieses Verfahren basiert auf der Freisetzung fieberauslösender Substanzen durch die Interaktion von Endotoxin mit Blutzellen des Menschen im Reagenzglas.
 Relative Luftfeuchtigkeit
Die relative Luftfeuchte stellt bei einer gegebenen Lufttemperatur den prozentualen Wasserdampfgehalt der Luft in Vergleich zum maximal möglichen Wasserdampfgehalt dar. Mit zunehmender Temperatur kann die Luft mehr Wasser aufnehmen. Luft von 0 °C kann 4,8 g Wasser pro Kubikmeter aufnehmen, Luft von 20 °C bereits 17,5 g und Luft von 30 °C sogar 31 g. Diese jeweils maximale Wassermenge, die von der Luft aufgenommen werden kann, entspricht einer jeweiligen relativen Feuchtigkeit von 100 %.
 Revisionsöffnung
Um zu Wartungs- oder Reinigungszwecken Zugriff auf Anlagenteile zu haben, werden so genannte Revisionsöffnungen eingebaut. Die Anordnung und Anzahl der Revisionsöffnungen wird wesentlich durch die Anforderung an das Lüftungssystem, die gewählte Luftfilterung und deren Anordnung sowie durch die anzuwendende Reinigungsmethode beeinflusst.
 Risikobewertung
Beurteilt auf Grundlage der Risikoanalyse, ob das Risiko, das von einer Ware, einer Dienstleistung oder dem Betrieb einer Produktionsanlage ausgeht, unter den gegebenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen akzeptabel und eventuelle Restrisiken vertretbar sind. Für die Bewertung des Risikos können verschiedene Beurteilungsmethoden verwendet werden, die meist auf einem Vergleich mit anderen Risiken basieren.
 Risikogruppen
Die Einstufung von Mikroorganismen erfolgt gemäß TRBA 460 und TRBA 466 in Abhängigkeit vom Infektionsrisiko. Insgesamt sind vier Risikogruppen definiert - von Risikogruppe 1 (geringes Infektionsrisiko) bis Risikogruppe 4 (großes Infektionsrisiko). Für den Bereich der RLT-Anlagen sind die Risikogruppen 1 und 2 von Bedeutung:
Risikogruppe 1: Biologische Arbeitsstoffe, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie beim Menschen eine Krankheit verursachen können.
Risikogruppe 2: Biologische Arbeitsstoffe, die eine Krankheit beim Menschen verursachen und eine Gefahr für Beschäftigte darstellen können; eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung ist normalerweise möglich.
 Schimmelpilze
Sind Mikroorganismen des „täglichen Lebens“. Zusammen mit anderen Pilzen und Bakterien tragen sie wesentlich zur Verrottung organischer Rückstände bei. Die umgangssprachliche Bezeichnung „Schimmelpilze“ bezieht sich auf den weißen bis kräftig gefärbten, pelzigen Belag.
 Schnelltest
Aus der Lebensmittelhygiene bekannt sind Vor-Ort-Messverfahren, die innerhalb weniger Minuten Auskunft über die Biomasse bzw. die mikrobielle Aktivität erbringen. Dies betrifft die Analyse von Oberflächen und wässrigen Proben. Ein solcher Schnelltest beruht auf dem biochemischen Nachweis einer energiereichen Substanz (ATP, Adenosintriphosphat), die in jeder lebenden und stoffwechselaktiven Zelle vorkommt.
 Schwebstofffilter
Für besonders hohe Abscheidegrade dienen hochwertige Schwebstofffilter-Elemente, die auch für Stäube und Schwebstoffe unter 0,5 μm geeignet sind, wie radioaktive Schwebstoffe, Bakterien, Viren. Sie werden als Endstufe eines mehrstufigen Filters verwendet und zwar für Laboratorien, Operationsräume oder pharmazeutische Betriebe.